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Niederbipp hat SC Regio gekündigt

Riccardo Turla
Offenbar hat die Gemeinde Niederbipp den Fünftligisten SC Regio Balsthal, der auf dem Bipper "Niederfeld" trainiert und seine Heimspiele austrägt, per sofort die Nutzungsvereinbarung gekündigt. Gerüchte sowie...(352)
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postheadericon Sonja Tschumi übernimmt Zuchwil

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Wenn Sonja Tschumi etwas zu sagen hat, dann hören die Männer des FC Zuchwil aufmerksam zu.In einer Gemeinde von der Grösse Zuchwils sollte der Fussballklub eigentlich in der Solothurner 2. Liga spielen können. Doch der FCZ schlitterte in den letzten Jahren von einer Krise in die andere. Nach dem Fall in die 4. Liga setzt Zuchwil nun auf eine Frau: Trainerin Sonja Tschumi wagt einen Neustart in eine hoffentlich bessere Zukunft.

Das hatte man sich beim FC Zuchwil ganz anders vorgestellt. Vor einem Jahr, als die Stimmung in der 1. Mannschaft schlecht war, setzte man auf die eigenen Junioren und wollte eine neues Team aufbauen. Viele der jungen Spieler hatten bei den Junioren C und B in der Junior League gespielt – und sollten eigentlich das Rüstzeug für die 2. Liga mitbekommen haben. Aber ohne Teamspirit, Einsatz und Wille fogte eine desaströse Saison, die mit dem Abstieg in die 4. Liga endete.

Andererseits entwickelte sich die 2. Mannschaft sehr positiv. Der Teamspirit im "Zwöi" war derart gut, dass sich nach Bohners Rücktritt die verbliebenen Spieler Sonja Tschumi als Trainerin wünschten. Mit ihr hatten sie in der 5. Liga zum Siegen gefunden, und das Vertrauen in ihre Fähigkeiten ist gross. Seit rund 25 Jahren ist Sonja Tschumi Trainerin beim FC Zuchwil, bis vor einem Jahr allerdings immer bei den Junioren.


Die Ausländerklubs beliefert

"Leider haben die jungen Spieler nicht reüssiert", fasst FCZ-Präsident Michael Marti das vergangene Fussballjahr zusammen. "Zu viele der jungen Spieler verhielten sich wie Stars und zu wenige spielten sich mannschaftsdienlich." Mit dem Abstieg war der Talboden noch nicht erreicht. "Ich bin von einigen Spielern enttäuscht", sagt Marti, "viele haben zunächst bei uns zugesagt und sich danach doch für einen anderen Verein entschieden." Dann zog sich auch Trainer Walter Bohner, der die Mannschaft für die letzten Spiele in der 3. Liga übernommen hatte, frustriert zurück. So stand die 1. Mannschaft ohne Spieler und ohne Trainer da – ja eigentlich hatte sie aufgehört zu existieren.

"Offenbar ist es für die Spieler mit ausländischen Wurzeln attraktiver, mit ihren Landsleuten zu spielen als sich für den FC Zuchwil einzusetzen", erklärt Sonja Tschumi die negative Entwicklung. "Wenn wir gegen Iliria, Solettese Marigona oder den Türkischen SC antreten, dann sind mindenstens die Hälfte der Spieler dieser Mannschaften ehemalige Junioren von Zuchwil."

Der Grund ist in einer jahrelangen Fehlentwicklung in der Nachwuchsbewegung zu suchen. Auf der einen Seite arteten die Trainings der Junioren in einen "Kinderhütedienst" aus. Ohne einen Mitgliederbeitrag zu erheben – aber auch ohne Konzept – bot der FCZ seine Trainings an.

Andererseits wurden die begabten Junioren von den Trainern wie Stars verwöhnt. Die Erziehung zu Ordnung und Disziplin – in jedem Mannschaftssport fundamental – wurde vernachlässigt. So zog der FC Zuchwil "Diven" ohne Mannschaftsdenken heran, die beim ersten leichten Gegenwind revoltierten.

Seit Christoph Zeller das Amt des Juniorenobmanns übernommen hat, ist einiges besser geworden. Zuchwil führte klare Verhaltensregeln ein und trennte sich von Junioren, die sich nicht daran halten wollten. Doch bis diese Arbeit in der 1. Mannschaft Früchte tragen wird, werden noch ein paar Jahre vergehen.


Das "Zwöi" übernimmt

"Zum Glück hat sich die 2. Mannschaft sehr gut entwickelt, in ihr herrscht ein toller Teamspirit", zeigt Michael Marti die erfreuliche Entwicklung im FCZ auf. In der Rückrunde der Gruppe 2 der 5. Liga blieb Zuchwil ungeschlagen und verpasste den Aufstieg nur knapp. So lag die Entscheidung nahe, nun in der 4. Liga auf das "Zwöi" zu setzen.

Mit wenigen Worten beschreibt Sonja Tschumi den Unterschied zwischen den beiden Zuchwiler Teams der vergangenen Saison: "Wenn ich in der 2. Mannschaft einen der schwächeren Spieler einsetze, dann übernehmen die anderen mehr Verantwortung, halfen und unterstützen diesen. In der 1. Mannschaft fühlten sich dagegen viele als Stars, und die verwarfen nur die Hände und blieben stehen, wenn einem Mitspieler ein Fehler unterlaufen war."

Von den Spielern der Drittliga-Mannschaft sind nur noch drei geblieben. "Das Kader zählt jetzt 25 Spieler", sagt Sonja Tschumi, "zu viele für eine Mannschaft, aber zu wenige für zwei." Je nachdem, wie die Situation in der Winterpause aussehen wird, wird man sich in Zuchwil überlegen, ob für nächstes Jahr wieder ein Team in der 5. Liga gemeldet werden kann.

"Auf dem Niveau der 4. oder 5. Liga ist es wichtig, dass die Trainings Spass machen", erklärt sie ihr Erfolgsrezept. "Die taktischen Trainings halte ich einfach, denn wenn es zu kompliziert wird, können das die Spieler im Match gar nicht mehr umsetzen." Sie trainiere einfache Spielzüge über die Flügel und Doppelpässe. "Der Teamgeist entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. In der 4. Liga werde ich nun etwas härter trainieren, denn das ist kein Jekami mehr. Wir haben einige technisch starke Spieler, und für einen Platz im Mittelfeld sollte es in der 4. Liga reichen." Eine Rückkehr in die 3. Liga erachtet Sonja Tschumi aber erst in zwei, drei Jahren als realistisch.

 

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