Ruefer wird den Rücktritt erklären
| Nebensaison - Uhrencup |
Als Turnierdirektor zieht Sascha Ruefer nach dem 49. Uhrencup ein positives Fazit. Das grosse Organisationskomitee harmonierte hervorragend. Obwohl er die Gerüchte um einen möglichen Rücktritt (noch) nicht bestätigen wollte, wird es immer wahrscheinlicher, dass dies Ruefers letzter Uhrencup gewesen sein könnte.
Sascha Ruefer, Sie machten als Turnierdirektor während des ganzen Uhrencups einen total entspannten, lockeren Eindruck. Lief alles so rund, dass Sie das Turnier geniessen konnten?
Sascha Ruefer: Es gab noch nie so wenig Schwierigkeiten wie diesmal. Alle Helfer kennen ihre Aufgaben und wir sind ein grosses, eingespieltes Team. Es hat Spass gemacht, aber man darf sich vom ruhigen Ablauf nicht täuschen lassen. Der Uhrencup gibt sehr viel Arbeit, wir sind an die Limiten der Ehrenamtlichkeit gestossen.
Welche Bilanz können Sie ziehen?
Ruefer: Sportlich war es das hochstehendste Turnier, das wir je erlebt haben. Wir hatten Vertreter aus drei WM-Halbfinal-Ländern hier. Das ist etwas Einmaliges. Andereseits stellen wir auch fest, wo wir an die Grenzen unserer Möglichkeiten stossen. Der Schweizer Fussballfan will Schweizer Mannschaften spielen sehen. Aber wir haben vom Schweizer Fussballverband keinen Support erfahren. Deshalb kam es zu den Terminkollisionen mit der Schweizer Meisterschaft. Das Fazit: Der Uhrencup muss nächstes Jahr wieder vor dem Start der Meisterschaft stattfinden, und wir wollen wieder zwei Schweizer Mannschaften am Turnier.
Welche Teams wären das?
Ruefer: Basel und Young Boys. Grenchen ist der Schinken im Sandwich dieser beiden Spitzenklubs.
Die Änderung, dass wieder Halbfinals und richtige Finalspiele ausgetragen wurden, ist positiv aufgenommen worden.
Ruefer: Dies wurde sogar sehr gut aufgenommen. Das ist auch der Grund, weshalb Eurosport den Final live übertragen hat. Allerdings bekommen wir damit im nächsten Jahr ein Problem. Die Schweizer Mannschaften wollen kurz vor den Meisterschaftsstart nicht gegeneinander antreten.
Im Dezember haben Sie die Professionalisierung der Organisation angekündigt. Ist das gelungen?
Ruefer: Die Rückkehr zu einem Vermarkter aus der Region hat sich bewährt. Die IMS hat einen sehr professionellen Eindruck hinterlassen. Mit dem VIP-Zelt sind wir zum Beispiel einen weiteren Schritt vorwärts gekommen. Aber die Entwicklung muss weitergehen.
In den letzten sieben Jahren hat der Uhrencup eine Entwicklung vom drittklassigen Turnier mit Zweitligateams zum Topevent der internationalen Spitzenklasse vollzogen. Wie war das möglich?
Ruefer: Die Leute vom OK habe in diesen Jahren extrem viel Know-how geschaffen, aber sie sind sich dessen gar nicht so recht bewusst. Dieses Know-how ist in den Köpfen der OK-Mitglieder, aber nicht in einem Handbuch zu finden.
Wenn es Rücktritte im OK gibt, dann geht also dieses Know-how verloren. Ist die Kontinuität für den 50. Uhrencup gewährleistet?
Ruefer: Gerade deshalb ist der Schritt zur Professionalisierung dringender denn je. Ich weiss aber jetzt noch nicht, wie es mit der Kontinuität im OK aussehen wird.
Es geht ja auch das Gerücht um, dass Sie als Turnierdirektor zurücktreten wollen.
Ruefer: In der Stadt findet der Uhrencup nicht statt, nur im Stadion. Das kann mit Personen zusammenhängen. Womöglich ist der Namen Sascha Ruefer zu einer Hypothek für den Uhrencup geworden. Aber dazu kann ich erst in den nächsten Tagen mehr sagen.
Ist der Uhrencup erwachsen geworden und kann auch alleine weiter bestehen?
Ruefer: Der Uhrencup ist nicht Sascha Ruefer, die Leute im OK arbeiten sehr autonom, und den Uhrencup wird es auch ohne mich weiterhin geben. Aber er ist kein Selbstläufer. Die Organisation gibt sehr viel zu tun. Der Uhrencup ist zu einer Perle geworden, und niemand weiss so genau, was den Reiz ausmacht. Mit Eurosport konnten 25 Millionen Zuschauer das Finalspiel zwischen dem VfB Stuttgart und den Young Boys live sehen. Aber ich muss mit einer gewissen Enttäuschung feststellen, dass nicht alle die Bedeutung des Uhrencups erkannt haben. Wenn die Stadt Grenchen den Uhrencup weiterhin will, dann muss sie Zeichen setzen und etwas dafür tun. Ich spüre da und dort einen gewissen Groll gegen meine Person. Aber ich finde, die Region um Grenchen hat es verdient, dass neben den Themen Schenkkreis und Gangbang noch andere Events gibt, die für Schlagzeilen sorgen.
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