Es handelt sich um einen Saisonrückblick auf die Vorrunde 2011/2012 und die persönliche Meinung des Ehrenpräsidenten Christian Schlup, mit Einverständnis des Vorstandes von Wacker Grenchen.
Sportstätte Grenchen
Natürlich war ich enttäuscht, dass der Kunstrasenplatz nicht Tatsache wurde, aber keineswegs überrascht. Als die Vorlage mit über 2,6 Millionen Franken zu Buche stand und damit die Urne das Mass aller Dinge war, war klar, dass die Volksabstimmung zu ungunsten ausfallen würde. Schliesslich haben sogar Ersatzgemeinderäte die Vorlage nicht entsprechend interpretieren können, obwohl klar sein sollte...
...dass Finanz- wie auch Anlagevermögen das Wort Vermögen beinhalten und somit das Budget nicht belasten. Es ist müssig darüber zu streiten, was man im Vorfeld besser hätte machen können: Das Verschieben der 1,3 Million ins Anlagevermögen wäre wahrscheinlich rechtlich problematisch (?) gewesen, die Abstimmung auf einen kantonalen Urnengang legen, mehr Präsenz auf dem Marktplatz an Samstagen auf dem menschenleeren Markplatz hätte auch nichts gebracht und die Diskussionen mit Mitgliedern anderer Sportarten gestaltete sich mehr als schwierig. Alle haben das Gefühl, dass sie durch die Stadt zu wenig unterstützt werden. Von Eigeninitiative hat da niemand gesprochen. Nur zur Erinnerung: Die Vereine Wacker und Fulgor haben in eigener Regie ihre Infrastruktur mit einem Finanzaufwand von Fr. 550 000.– erweitert, ohne die Rechnung der Stadt zu belasten. Ebenfalls hat Italgrenchen ihre marode Infrastruktur mit Unterstützung der Gemeinde in eigener Regie erneuert.
Bei den Vereins-Verantwortlichen ist die Enttäuschung gross und nicht wenige erwägen den Rücktritt (was hoffentlich nicht eintrifft), was sowohl finanziell wie auch vereinstechnisch gesehen einer Katastrophe gleichkommt.
Velodrome und Fussball
Generell sind die Fussballer für das Veleodrome eingestellt, bzw. eingestellt gewesen und gewesen mit gutem Grund. In den verschiedenen Orientierungen wurde von Seiten der Baudirektion wie dem Stadtverantwortlichen von Ersatz für die wegfallenden Ost- und Südfelder im Stadion Brühl gesprochen. An der öffentlichen Orientierung mit den Herren Banga und Rihs wollte man Nichts mehr davon wissen. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit unserer sogenannten «Galionsfiguren»?
Wie ich schon immer behaupte: Man ist sich überhaupt nicht bewusst, was die Fussballvereine und vor allem die Verantwortlichen in ihre Freizeit leisten und somit auch für die Stadt Grenchen. Es klingt zwar etwas abgedroschen aber sinnvolle Freizeit, Integration, Hütedienst, Erziehung um nur einige zu nennen, können nicht wegdiskutiert werden. Dazu kommt noch, dass Fussball im Vergleich mit andern Sportarten relativ günstige Beiträge für Junioren hat und dadurch die Juniorenabteilungen jährlich mit über Fr. 150000.– durch die Vereine subventionieren werden. Es ist auch nicht verständlich, dass zwei Millionen in eine «neue Sportart» investiert und die rund 100jährigen Vereine dafür weichen müssen, obwohl schon jetzt Platzmangel herrscht.
Wenn an der Gemeindeversammlung nicht ein Lösungsvorschlag steht, fürchte ich, dass die Fussballer umschwenken und die Investition für das Velodrome am 20. Dezember bachab schicken. Ebenfalls müsste man sich jetzt schon bemühen, bei diversen Vereinen neue Vorstände zu suchen, da dies den Rücktrittgedanken wie oben erwähnt, noch den letzten Schub geben würde. Oder man ist gewillt die Vereine aufzulösen, dann gibt es ja keine Platzprobleme mehr.
Bemerkung von Hans Peter "Budi" Gribi (Masseur FC Wacker Grenchen):
Dem Velodrome müssen 2 Rasenplätze und 1 Rindenplatz weichen. Diese Tatsache verschärft die Platzprobleme in der Stadt Grenchen enorm. Notabene wurde mit politischen Tricks die Abstimmung "Kunstrasen" zur Verwerfung gezwungen. Lieber Cüpli- und Promisport als "weg mit der Jugend von der Strasse"? Eine sehr bedenkliche Entwicklung! Lieber sich in Prestige baden, als sich schmutzige Schuhe auf dem Fussballplatz holen. Ein vernünftiges Nebeneinander wäre mit etwas gutem Willen und politischer Courage vereinbar gewesen.